Dezember 2009
Liebe Spenderinnen, Spender und Freunde
Mouhamed entfloh dem nasskalten Schweizerwetter – er reiste für zwei Wochen im sonnigen Niger herum, besuchte und kontrollierte die einzelnen Projekte, sprach mit den Verantwortlichen vor Ort und organisierte den Brunnenbau „Ebargaz“.
Mouhamed entfloh dem nasskalten Schweizerwetter – er reiste für zwei Wochen im sonnigen Niger herum, besuchte und kontrollierte die einzelnen Projekte, sprach mit den Verantwortlichen vor Ort und organisierte den Brunnenbau „Ebargaz“.
Momentan scheint sich die politische Situation beruhigt zu haben; sogar die ersten unerschrockenen Touristen sind wieder im Land.
Der Aquagym – Event zugunsten des Brunnen-Projektes „Ebargaz“ in Niger war ein voller Erfolg!
Über 70 Personen haben in 7 Aquagymnastik-Lektionen teilgenommen und mit dem Eintritt von je 20 Franken massgeblich zu den Gesamteinnahmen beigetragen. Zusammen mit Spenden, Sponsorenbeiträgen, Verkauf von Wasserflaschen und Tuareg-Schmuck kam der Gesamtbetrag von CHF 5’030.- zusammen. Dieser Betrag entspricht genau dem – hoch gesteckten – Ziel der Organisatoren und sichert uns die 50%ige Finanzierung des Brunnenprojektes!
Gemütlich auf Kissen und Teppichen sitzend, genossen viele Teilnehmer und Besucher Mouhameds wohltuenden Tuareg-Tee. Eine behagliche Wüstenromantik machte sich breit. Sidi und Amawé spielte auf der Gitarre Lieder aus ihrer Heimat und die Besucher genossen es sichtlich, während dieses garstigen Oktobertages vom kalten Zürcher Oberland in wärmere Gefilde entführt zu werden.
Hilfe für Familien der Flutkatastrophe in Agadez
Geduldig warten sie in einer langen Schlange vor dem Büro ENMIGRAW Niger in Agadez. Vor etwas mehr als drei Monaten - anfangs September - haben viele von ihnen das Wenige, das sie besassen, verloren. Die trockenen Böden konnten die sintflutartigen Regenfälle nicht aufnehmen und es kam zu verheerenden Über-schwemmungen. Alles stand unter Wasser: Häuser, Hütten, Vorräte und die wenigen Habseligkeiten zahlreicher Familien. Auch das Kleinvieh wurde durch die Fluten vernichtet – geblieben ist vielen das Nichts!
Durch unsere Soforthilfe von CHF 4'500.- konnte innert einer Woche den am stärksten betroffenen Familien mit Nahrungsmitteln und Wasser über das Schlimmste hinweg geholfen werden.
Allen Spendern ein herzliches Dankeschön für die außergewöhnliche Unterstützung!
Haus der Kinder – Bararan N’Gougaram
Anfangs Oktober begann das neue Schuljahr für die 37 Kinder. Voller Freude warteten sie auf den Jeep, der sie aus der Wüste ins „Haus der Kinder“ nach Arlit brachte.
24 von ihnen nehmen den „Internatsbetrieb“ in Anspruch, die restlichen 13 übernachten bei ihren Familien, die während der Schulperiode in die Nähe der Stadt gezogen sind.
24 von ihnen nehmen den „Internatsbetrieb“ in Anspruch, die restlichen 13 übernachten bei ihren Familien, die während der Schulperiode in die Nähe der Stadt gezogen sind.
In der Zwischenzeit wurde das Lebensmittellager verputzt und mit einer neuen Türe versehen. So können grössere Mengen Nahrungsmittel eingekauft und problemlos gelagert werden. Auch die Schlafräume und Toiletten der Kinder wurden auf Vordermann gebracht.
Letztes Jahr musste ein Teil der Schüler in überbelegten Klassen am Boden sitzen - in einer anderen Schule wurde behelfsmässig ein windschiefer Hangar dazugebaut, welcher nur aus löchrigen Bastmatten bestand. Das Dach war undicht und der Sand drang durch alle Ritzen.
Unser Beschluss diese Situation zu verbessern, haben wir nun in die Tat umgesetzt.
Für CHF 1'072.- wurde ein grosses Klassenzimmer mit starken Verstrebungen und festen Matten gebaut. So finden alle Schüler Platz und können sich darauf konzentrieren, mit dem Lernstoff ihre neuen Hefte zu füllen.
Weihnachtsmärkte
Kalt, kalt und noch kälter - das war das Motto dieses Jahres! Besonders in Wetzikon wollten wir uns fast nicht vom wärmenden Gasofen entfernen. Eine eisige Bise pfiff durch Mark und Bein und die Leute eilten mit dampfen-den Bechern voller Glühwein vorbei.
Der Schmuckverkauf hielt sich in Grenzen – wer mochte schon bei diesen Temperaturen den Schal weglegen, um eine Kette anzuprobieren?
Trotzdem war das allgemeine Interesse an unseren Hilfsprojekten erstaunlich, unsere Stimmung blieb sonnig und es wurde viel gelacht.
Am Samstag, 6. Februar 2010 16.45 Uhr findet unsere GV in Pfäffikon/ZH statt: Wer Interesse hat, den Verlauf unsere Projekte und einen Film über die Tuareg zu sehen, bitte anmelden.
Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung. Meldet euch telefonisch oder per E-Mail bis spätestens 23. Januar 2010 an. Ihr erleichtert uns damit die Organisation.
Wir wünschen allen einen guten Anfang im Jahr 2010 und grüssen euch bis zur nächsten
ENMIGRAW News herzlich
ENMIGRAW News herzlich
Anita, Bea, Sandra und Mouhamed
August 2009
Liebe SpenderInnen und Freunde
Momentan herrscht zwischen den Tuareg-Rebellen und dem nigrischen Militär „Gefechtspause“. Beide Parteien sind noch vor Ort, doch seit Mitte Jahr sind weniger Übergriffe gemeldet worden. Diese Ruhe lässt die Bevölkerung im Norden zwar aufatmen, doch verbessert es ihre momentane Lebenssituation nicht. Noch immer herrschen Nahrungsmittelengpässe und das Nomadisieren der Tuareg mit ihren Tieren ist in vielen Regionen unmöglich.
Als der 70-jährige Präsident Mamadou Tandja nach bald 10 Jahren an der Macht Anfang Mai in Niamey seine Ambitionen auf eine dritte, verfassungswidrige Amtszeit publik machte, kündigte die Opposition Widerstand an. Im Zuge des vom Präsidenten angekündigten Verfassungsreferendums kam es in den größeren Städten zu Demonstrationen, Krawallen und Kundgebungen von Gegner, begleitet von entsprechenden Polizeimaßnahmen. Obwohl sich die UN, Amerika, aber auch Frankreich und die afrikanischen Nachbarstaaten gegen diese Verfassungsänderung aussprachen, liess sich Tandja in seinem Vorhaben nicht umstimmen.
Durch diese Unruhen, die auch die Tuareg-Gebiete des Nordes beeinträchtigen, sind die Friedensverhandlungen ins Stocken geraten. Innenpolitisch herrscht ein Chaos.
Dessen ungeachtet waren wir mit unserer Hilfe vor Ort sehr aktiv und realisierten folgende Projekte:
Brunnensanierung "Tschinsakan"
Im 2007 haben wir die oberen 25 Meter dieses Brunnens saniert und im März 2009 nahmen wir den unteren Teil in Angriff. Trotz schwierigen Bedingungen verlief die Verlegung und Einzementierung der Betonringe ohne Probleme. Während der Bauphase standen wir unablässig in Kontakt mit dem Brunnenspezialisten und der Crew. Da die Arbeiten schnell vorangingen, beschlossen wir, Tschinsakan vollständig zu sanieren.
Nach 2 ½ Wochen und der Einpassung von 23 Betonringen, konnte der Brunnen für die heimischen Tuaregfamilien wieder geöffnet werden. Die einen nahmen ein wohlverdientes Bad, die anderen genossen ein feines Mahl im Schatten der Akazie. Durch die teilweise ehrenamtliche Arbeit der ansässigen Tuareg, konnten wir CHF 2'000.- einsparen.
Ausnahmslos alle Beteiligten haben Aussergewöhnliches geleistet!
Brunnensanierung "Aghali"
Während unseren Sanierungsarbeiten am Brunnen Tschinsakan wurden wir von der Tuareg-familie Aghali kontaktiert. Auch ihr Brunnen ist seit längerem in einem kritischen Zustand, da Auswaschungen die Brunnenwände destabilisiert haben. Ein uns bekanntes Problem der alten Brunnenbauweise dieser Gegend.
Nach einer Besichtigung durch den Brunnenspezialisten, der sich ja vor Ort befand, entschlossen wir uns, dieses Projekt zu starten und der Familie zu helfen.
Schnell konnten wir auf diese Anfrage reagieren, da wir bereits in dieser Region tätig waren. Die Kosten konnten so niedrig gehalten werden, da das benötigte Material schon vor Ort lagerte.
Mit dem Einbau von vier Betonringen bewahrten wir den Brunnen vor einem Einsturz und sicherten dadurch der Familie und ihren Tieren sauberes Trinkwasser.
Die Kosten für die Sanierung des Brunnens Aghali beliefen sich auf CHF 1'029.—
Durch Sanierungsarbeiten der betroffenen Brunnen erreichen wir eine Entlastung einzelner Brunnen. Dies sichert eine längerfristige Erhaltung der lebenswichtigen Wasserquellen. Unter diesem Aspekt werden wir weiterhin Brunnenprojekte fördern.
Beiden ein herzliches „Danke schön“ für ihr Engagement!
Mein Cousin Ivo und seine Frau Therese feierten beide anfangs Juli ihren 60. Geburtstag. In der „Lounge am See“ in Oberrieden genossen wir bei fantastischer Aussicht diesen Anlass. Viele neue Gesichter, interessante Gespräche und ein feines Essen machten diesen Abend zu einem unvergesslichen Event.
Statt der Geschenke wünschten sie sich Spenden und wir durften CHF 900.- zugunsten unseres Projektes „Haus der Kinder – Bararan n’Gougaram“ in Empfang nehmen. Tuusig Dangg!
Haus der Kinder - Bararan n'Gougaram
Anfangs Juli wurden alle Kinder für die grossen Ferien von 3 Monaten zu ihren Familien zurückgebracht. Sämtliche Eltern waren mit diesem Schuljahr äusserst zufrieden, besonders da ihre Kinder wohlbehalten und gut genährt zu Hause ankamen.
Anfangs Juli wurden alle Kinder für die grossen Ferien von 3 Monaten zu ihren Familien zurückgebracht. Sämtliche Eltern waren mit diesem Schuljahr äusserst zufrieden, besonders da ihre Kinder wohlbehalten und gut genährt zu Hause ankamen.
Dankesbriefe und Zeichnungen der verschiedenen Kinder erreichten uns und wir freuen uns über ihre schulischen Fortschritte.
Alle Schüler erhielten neue Kleider in Form eines Wickeljupes mit Bluse für die Mädchen und Hosen und Hemd für die Knaben. Genäht wurden diese Gewänder von Imbiloua Inwilli, der, zusammen mit Adam Barto, für das Wohlergehen der Kinder in diesem Projekt verantwortlich ist. Auch ihre Wolldecken durften sie mitnehmen, da es nachts in der Wüste oft empfindlich kalt sein kann.
Nun eine weitere höchst erfreuliche Überraschung! Für die Finanzierung des Schuljahrs 2009/10 hat uns der Kanton Basel-Stadt CHF 20'000.- bewilligt. Ich bin sicher, mein Freudentanz war überall zu hören! Im Namen aller Tuaregfamilien und den Schülern danken wir dem Kanton Basel-Stadt von Herzen.
Einen schönen Sommer mit vielen sonnigen Stunden wünscht euch allen
Anita, Mouhamed, Bea und Sandra
April 2009
Liebe Spender/-innen und Freunde
Der Frühling hat endlich Einzug gehalten und auch bei uns die letzten Schneeflecken weggeleckt.
Mit der Sonne kam auch die Aussicht auf Frieden im Norden Nigers. Ein Teil der Rebellen hat ihre Waffen abgegeben, Verhandlungen sind im Gange. Zwar verläuft alles noch ein wenig harzig und mit Vermittlungshilfe fremder Regierungen, doch wir sind zuversichtlich. Viel zu lange musste die betroffene Tuaregbevölkerung auf diesen Moment warten.
Mitgliederversammlung ENMIGRAW Suisse
Am 7. Februar 2009 fand unsere erste Mitgliederversammlung in Pfäffikon/ZH statt.
Am 7. Februar 2009 fand unsere erste Mitgliederversammlung in Pfäffikon/ZH statt.
Wir freuten uns, die Mitglieder/Gönner und Besucher persönlich kennen zu lernen. Der Jahresbericht von ENMIGRAW Suisse wurde in Form eines Bildvortrages gezeigt, welche unsere Arbeit, die realisierten Projekte und ihre Kosten vorstellte.
Nach den statuarischen Teil und einem interessanten Dokumentarfilm über die Tuareg-Hebammen verbrachten wir bei feinem Essen und anregenden Gesprächen einen gemütlichen Abend.
Haus der Kinder – Bararan n’Gougaram
Die politische Situation hat dazu geführt, dass alle Schulen im Gebiet Talaks geschlossen wurden. Seit über einem Jahr haben 450 Tuareg-Kinder keine Möglichkeit mehr, den Unterricht zu besuchen, obwohl ein regelmässiger Unterricht für die Zukunftschancen dieser Kinder äusserst wichtig ist.
Die politische Situation hat dazu geführt, dass alle Schulen im Gebiet Talaks geschlossen wurden. Seit über einem Jahr haben 450 Tuareg-Kinder keine Möglichkeit mehr, den Unterricht zu besuchen, obwohl ein regelmässiger Unterricht für die Zukunftschancen dieser Kinder äusserst wichtig ist.
Genau dort setzen wir mit unserem neuen Projekt an. Wir wollen sicherstellen, dass ungeachtet der politisch instabilen Lage, die Kinder weiterhin zur Schule gehen können. Ihre Familien leben weit verstreut im 80 km langen Talaktal. Den weiten und gefährlichen Weg tagtäglich zurückzulegen ist für die Kinder unmöglich. Zu diesem Zweck haben wir letzten Oktober in Arlit unser „Haus der Kinder“ eröffnet.
Der Erlös aus dem Nahrungsmittelverkauf bildete den Grundstein dieses wichtigen Projektes. Die betroffenen Tuaregfamilien selbst haben mit Hilfe von ENMIGRAW Niger diese Lösung für ihre Schulkinder lanciert. Elternteile beaufsichtigen die Schuler, sorgen für die tägliche Hygiene, schlichten kleine Streitereien und geben Rückmeldung, falls sich etwas Spezielles ereignet.
Alle, welche für dieses Projekt arbeiten, müssen multifunktionell einsetzbar sein. Der Koch übernimmt auch das Waschen der Knaben, die „Putzfrau“ hilft beim Rüsten in der Küche und die älteren Kinder holen täglich ihr Wasser selbst.
Momentan befinden sich 38 Schüler in unserer Obhut. Anfangs Juli endet das offizielle Schuljahr und die Schüler werden für ihre 3-monatigen Sommerferien zu ihren Familien zurückgefahren.
Alle Eltern, die ihre Kinder unserem Internat anvertraut haben, sind äusserst zufrieden. Fürs kommende Schuljahr zeichnet sich eine höhere Schülerzahl und sukzessive ansteigende Kosten ab.
Helfen Sie uns mit einer Spende/Patenschaft die steigenden Kosten zu decken.
Brunnensanierung "Tschinsakan"
Mit Hilfe eurer Spenden, dem Verkauf unseres Foto-Kalenders, der Unterstützung vom Berufsschulzentrum Radolfzell (Weihnachtsbasar) und von „Hunger&Durst“ konnten wir vor zwei Wochen mit der weiteren Sanierung des unteren Teils von Tschinsakan beginnen.
Der Brunnen ist 70 Meter tief. Den oberen Teil von 25 Metern haben wir bereits am April 2007 saniert.
Da sich der Brunnen gegen unten verjüngt, haben die Arbeiter keine andere Wahl, als die Eisenformen für jeden Betonring auszumessen und anzupassen. Eine schwierige und Kräfte zehrende Arbeit, welche mit grösster Sorgfalt durchgeführt werden muss. Der Schacht ist eng, alles muss mit Seilen gesichert sein und der Platzmangel lässt nur ein Arbeiten mit Kübeln zu.
Bis heute sind schon 6 Betonringe platziert. Alle beteiligten Tuareg sind froh, die gefährlichste Arbeit am Ende des Brunnens ohne Zwischenfälle geschafft zu haben. Über den weiteren Verlauf der Sanierung berichten wir in den kommenden ENMIGRAW News.
Nahrungsmittelhilfe für die Schulen Intdaynawen, Mayyet und Aragh
Die Schuldirektion dieser Nomadenschulen hat uns um Unterstützung angefragt. Trotz der herrschenden Rebellenkämpfe sind diese Schulen noch in Betrieb, obwohl die nigrische Regierung seit Monaten kein Essen weder für die 35 Schüler von Intdaynawen, noch für die 29 Schüler von Mayyet, noch für die 36 Schüler von Aragh liefert.
Die drei Nomadenschulen können nur mit Hilfe ENMIGRAWs geöffnet bleiben und so haben wir beschlossen, sie mit einer Nahrungsmittelhilfe zu unterstützen. Dies beinhaltet Grundnahrungsmittel wie Hirse, Reis, Erbsen, Oel, Zucker, Salz und getrocknete Tomaten für 3 Monate.
- Intdaynawen CHF 875.--
- Mayyat CHF 1'120.--
- Aragh CHF 1’050.--
- Mayyat CHF 1'120.--
- Aragh CHF 1’050.--
Uns ist wichtig, dass die Tuaregkinder in ihrer ansässigen Nomadenschule bleiben können.
All unseren Spendern möchten wir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön sagen, auch im Namen vieler Tuaregfamilien. Nur mit eurer Hilfe konnten wir diese Projekte ermöglichen!
In diesem Sinne wünschen wir euch allen einen herrlichen Sommer
Anita, Mouhamed, Bea und Sandra
