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Liebe SpenderInnen und Freunde
 
Momentan herrscht zwischen den Tuareg-Rebellen und dem nigrischen Militär „Gefechtspause“. Beide Parteien sind noch vor Ort, doch seit Mitte Jahr sind weniger Übergriffe gemeldet worden. Diese Ruhe lässt die Bevölkerung im Norden zwar aufatmen, doch verbessert es ihre momentane Lebenssituation nicht. Noch immer herrschen Nahrungsmittelengpässe und das Nomadisieren der Tuareg mit ihren Tieren ist in vielen Regionen unmöglich.
 
Als der 70-jährige Präsident Mamadou Tandja nach bald 10 Jahren an der Macht Anfang Mai in Niamey seine Ambitionen auf eine dritte, verfassungswidrige Amtszeit publik machte, kündigte die Opposition Widerstand an. Im Zuge des vom Präsidenten angekündigten Verfassungsreferendums kam es in den größeren Städten zu Demonstrationen, Krawallen und Kundgebungen von Gegner, begleitet von entsprechenden Polizeimaßnahmen. Obwohl sich die UN, Amerika, aber auch Frankreich und die afrikanischen Nachbarstaaten gegen diese Verfassungsänderung aussprachen, liess sich Tandja in seinem Vorhaben nicht umstimmen.
Durch diese Unruhen, die auch die Tuareg-Gebiete des Nordes beeinträchtigen, sind die Friedensverhandlungen ins Stocken geraten. Innenpolitisch herrscht ein Chaos.
 
Dessen ungeachtet waren wir mit unserer Hilfe vor Ort sehr aktiv und realisierten folgende Projekte:

Brunnensanierung "Tschinsakan"
Im 2007 haben wir die oberen 25 Meter dieses Brunnens saniert und im März 2009 nahmen wir den unteren Teil in Angriff. Trotz schwierigen Bedingungen verlief die Verlegung und Einzementierung der Betonringe ohne Probleme. Während der Bauphase standen wir unablässig in Kontakt mit dem Brunnenspezialisten und der Crew. Da die Arbeiten schnell vorangingen, beschlossen wir, Tschinsakan vollständig zu sanieren.
Nach 2 ½ Wochen und der Einpassung von 23 Betonringen, konnte der Brunnen für die heimischen Tuaregfamilien wieder geöffnet werden. Die einen nahmen ein wohlverdientes Bad, die anderen genossen ein feines Mahl im Schatten der Akazie. Durch die teilweise ehrenamtliche Arbeit der ansässigen Tuareg, konnten wir CHF 2'000.- einsparen.
Ausnahmslos alle Beteiligten haben Aussergewöhnliches geleistet!


Brunnensanierung "Aghali"
Während unseren Sanierungsarbeiten am Brunnen Tschinsakan wurden wir von der Tuareg-familie Aghali kontaktiert. Auch ihr Brunnen ist seit längerem in einem kritischen Zustand, da Auswaschungen die Brunnenwände destabilisiert haben. Ein uns bekanntes Problem der alten Brunnenbauweise dieser Gegend.

Nach einer Besichtigung durch den Brunnenspezialisten, der sich ja vor Ort befand, entschlossen wir uns, dieses Projekt zu starten und der Familie zu helfen.


Schnell konnten wir auf diese Anfrage reagieren, da wir bereits in dieser Region tätig waren. Die Kosten konnten so niedrig gehalten werden, da das benötigte Material schon vor Ort lagerte.
Mit dem Einbau von vier Betonringen bewahrten wir den Brunnen vor einem Einsturz und sicherten dadurch der Familie und ihren Tieren sauberes Trinkwasser.
Die Kosten für die Sanierung des Brunnens Aghali beliefen sich auf CHF 1'029.—
 
 
Durch Sanierungsarbeiten der betroffenen Brunnen erreichen wir eine Entlastung einzelner Brunnen. Dies sichert eine längerfristige Erhaltung der lebenswichtigen Wasserquellen. Unter diesem Aspekt werden wir weiterhin Brunnenprojekte fördern.


Beiden ein herzliches „Danke schön“ für ihr Engagement!


Mein Cousin Ivo und seine Frau Therese feierten beide anfangs Juli ihren 60. Geburtstag. In der „Lounge am See“ in Oberrieden genossen wir bei fantastischer Aussicht diesen Anlass. Viele neue Gesichter, interessante Gespräche und ein feines Essen machten diesen Abend zu einem unvergesslichen Event.



Statt der Geschenke wünschten sie sich Spenden und wir durften CHF 900.- zugunsten unseres Projektes „Haus der Kinder – Bararan n’Gougaram“ in Empfang nehmen. Tuusig Dangg!


Haus der Kinder - Bararan n'Gougaram


Anfangs Juli wurden alle Kinder für die grossen Ferien von 3 Monaten zu ihren Familien zurückgebracht. Sämtliche Eltern waren mit diesem Schuljahr äusserst zufrieden, besonders da ihre Kinder wohlbehalten und gut genährt zu Hause ankamen.




Dankesbriefe und Zeichnungen der verschiedenen Kinder erreichten uns und wir freuen uns über ihre schulischen Fortschritte.




Alle Schüler erhielten neue Kleider in Form eines Wickeljupes mit Bluse für die Mädchen und Hosen und Hemd für die Knaben. Genäht wurden diese Gewänder von Imbiloua Inwilli, der, zusammen mit Adam Barto, für das Wohlergehen der Kinder in diesem Projekt verantwortlich ist. Auch ihre Wolldecken durften sie mitnehmen, da es nachts in der Wüste oft empfindlich kalt sein kann.

Nun eine weitere höchst erfreuliche Überraschung! Für die Finanzierung des Schuljahrs 2009/10 hat uns der Kanton Basel-Stadt CHF 20'000.- bewilligt. Ich bin sicher, mein Freudentanz war überall zu hören! Im Namen aller Tuaregfamilien und den Schülern danken wir dem Kanton Basel-Stadt von Herzen.



Einen schönen Sommer mit vielen sonnigen Stunden wünscht euch allen
 
Anita, Mouhamed, Bea und Sandra