Mai 2012
Liebe Spender, Spenderinnen und Freunde
Bereits zum 4. Mal fand am 21. April 2012 unsere Mitgliederversammlung statt. Einer der Höhepunkte war wiederum die Diashow, welche die Realisation unserer verschiedenen Projekte präsentierte. Es zeigt sich, dass diese Art der Dokumentation immer auf grossen Anklang stösst. Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit und platzierten diverse spannende Fragen. Dabei erklärte uns Mouhamed auch die politischen Zusammenhänge im derzeitigen Malikonflikt, welcher doch eine hohe Brisanz hat.
Eine Zusammenfassung unserer Arbeit von 2003-2010 liess nicht nur mich staunen! Für insgesamt CHF 86‘500.- haben wir 18 Brunnen saniert oder gebaut, leisteten Nahrungsmittelhilfe an Nomadenschulen oder nach Katastrophen, organisierten Frauen-projekte, eine Hirsebank und verwirklichten diverse Schulprojekte.
Nur Dank eurer Hilfe können wir heute stolz sein auf diese Leistung!
Frühjahrsmarkt in Jona
Die Temperaturen an diesem Wochenende liessen uns mehr schwitzen als in der Sahara. Wir kamen uns vor wie die Kamele, verschwand doch das Wasser literweise in unseren Bäuchen – zum Glück befand sich der Soft-Ice Stand in unserer Nähe!
Der Erlös des Schmuckverkaufes betrug CHF 1‘478.-, was unsere Erwartungen übertraf.
Getreidebank "Tidaout"
Laut der Welthungerhilfe sind die Nahrungsmittelpreise im letzten Jahr in Westafrika um mehr als ein Drittel gestiegen. Neben den massiven klimabedingten Ernte-ausfällen tragen internationale Kapitalanleger eine grosse Mitschuld an dieser Situation.
An den Rohstoff-Börsen setzen sie auf steigende Preise für Getreide und treiben dadurch Millionen Menschen in eine Hungersnot. Sie erzeugen künstlich "Wucherpreise" und betreiben so eine Plünderung der armen Länder, die auf Nahrungsimporte angewiesen sind. Diese verhäng-nisvolle Entwicklung schafft ein giftiges Gemisch aus menschlichem Leid und sozialem Aufruhr.
Um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, verstärkte die Welthungerhilfe ihre Hilfsmassnahmen in ganz Niger. Unsere Getreidebank in Gougaram wurde durch sie gefüllt und die subventionierten Grundnahrungsmittel helfen der dortigen Bevölkerung die entbehrungsreiche Zeit bis zur nächsten Ernte zu überbrücken.
Unsere Projekte 2012
Grundschule "Takarrasch"
Besonders an den Schulen ist eine Verknappung der überlebenswichtigen Ressource „Nahrung“ zu spüren. Momentan sieht sich der Staat ausserstande, sämtliche Nomadenschulen mit genügend Esswaren zu versorgen. Oftmals müssen die kleineren schliessen. So geschehen mit der Schule „Takarrasch“, 140 km westlich von Arlit. 28 Kinder wurden nach Hause geschickt und der Lehrer abgezogen. Die Bedeutung von Bildung für die Zukunft dieser Kinder ist existentiell.
Ein Zustand, den wir nicht hinnehmen möchten und so versuchen wir die Finanzierung der Nahrungsmittel für die Schüler ab neuem Schuljahr im Oktober 2012 zu organisieren. Mit CHF 5‘000.- erreichen wir dieses Ziel!
Grundschule "Gougaram"
Bau einer Schulküche und eines Mehrzweckraums
Während der Rebellion 2007-2009 wurde die Schule geschlossen; das Militär war in dieser Gegend mehr als präsent und hat sich oftmals nicht ganz „comme il faut“ verhalten. Dementsprechend sieht es aus, viel ist kaputt gegangen oder in einem desolaten Zustand.
Wie bereits in den News Februar 2012 berichtet konnten wir einen Missstand beheben und drei Klassenzimmer mit Schulbänken ausrüsten.
Was nun dringend fehlt ist eine geschlossene Küche, wo der Koch – ohne „Sandbeigabe“ bei starkem Wind – seine Arbeit verrichten kann. Auch braucht er einen abschliessbaren Aufbewahrungsort für die diversen Küchenutensilien.
Zusätzlich benötigen wir einen Aufenthalts- und Mehrzweckraum, wo die Schüler im Winter oder bei Sturm ihre Mahlzeiten einnehmen können. Im Sommer dient er auch als Schutz gegen die brennende Sonne. Alle Schüler erhalten drei Mahlzeiten täglich. Diese Verpflegung ist u.a. auch ein grosser Anreiz für die Eltern, ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Gleichzeitig bietet sich dieser Raum auch als Lager für die Schul-Lebensmittel an.
Gebaut wird mit Bankosteinen, die anschliessend mit Beton verputzt werden. Um die Baukosten einer Wand einzusparen, werden die beiden Zimmer gegengleich zusammengebaut und mit Fenstern und abschliessbaren Türen versehen. Die Kosten belaufen sich auf CHF 4‘760.-
Für die Grundschule Gougaram und ihre Betreiber bedeutet diese Erweiterung eine grosse Erleichterung und auch die Schüler profitieren nachhaltig davon.
Damit wir auch in Zukunft weiterhin mit viel Einsatz, Engagement und Kontinuität unsere Arbeit fortführen können, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Herzlichen Dank!
Februar 2012
Liebe Spender, Spenderinnen und Freunde
Momentan kämpfen wir in der Schweiz gegen Kälte und Schnee – im Niger kämpft die Regierung gegen die Folgen des Libyenkrieges. Tausende von Wanderarbeiter sind aus dem zerrütteten Libyen zu ihren Familien in den Niger zurückgekehrt. Der Handel ist abgebrochen, die Wirtschaft leidet, viele Tuareg-Familien müssen ohne das überlebenswichtige Geld ihrer im Ausland arbeitenden Männer auskommen.
Im Auffanglager Darko werden die Flüchtlinge mit Hilfspaketen und einem geringen Anfangskapital ausgerüstet. Für die junge Regierung ein logistisches und finanzielles Problem, welches von der übrigen Welt nicht wahrgenommen wird. Die Presse hebt nur die Freiheit und Demokratie des „arabischen Frühlings“ hervor, andere Auswirkungen verlieren sich in den Schlagzeilen…
Unsere Arbeiten gehen trotz dieser schwierigen Lage gut voran und wir versuchen den Tuareg Familien so gut als möglich zu helfen.
Schulbänke für die Grundschule "Gougaram"
Die 10 Schulbänke sind endlich in Gougaram ange-
kommen und die Schüler sind froh, nicht mehr auf dem kalten Boden zu sitzen.
Gerade als wir den Transport organisierten, hat das Bildungsministerium ENMIGRAW Niger angefragt, ob noch mehr Bänke benötigt werden – na klar, war unsere Antwort und so konnten schlussendlich 35 Schulbänke für diese Schule geliefert werden.
Die Freude war so gross, dass die Kinder beim Reintragen geholfen haben!
Das zeigt uns auch, dass die Regierung unserer Arbeit in dieser Region bewusst verfolgt und gut heisst.
Brunnen "Halima" in Azawagh
Nach 2-monatiger Arbeit ist der Brunnen nun saniert. Die Baucrew leistete wie immer Hervorragendes und die Bevölkerung half tatkräftig mit. Mit der Eselskarre wurde Sand, Geröll, grosse Steine und Wasser an die Baustelle geführt. Armierungseisen wurden zurechtgebogen, geschnitten und eingepasst und schlussendlich betoniert.
25 Betonringe verhindern nun ein einstürzen oder Auswaschen des Brunnens.
Die ganze Sanierung verlief super und ohne Probleme – ein eingespieltes Team, bei dem jeder Handgriff sitzt.
Die Kosten für diese Brunnensanierung beliefen sich auf CHF 9‘027.-
Nomadenschule "Tschinsakan"
Der Mattenhangar steht und das ganze Schulmaterial ist vor Ort. Ein Teil der benötigten Bastmatten wurde von „unseren“ Frauen hergestellt – eine übergreifende Hilfe an zwei Fronten. Zuletzt bestrich man die Wände mit Oel (die schwarzen Streifen), um den gefrässigen Ziegen den Appetit zu verderben!
Der Lehrer absolvierte die vom Bildungsministerium verlangte einmonatige Ausbildung in Agadez und kehrt nun zu seiner Familie nach Azawagh zurück, um so schnell wie möglich mit dem Lehren des ABC‘s anzufangen.
Die grosse Wandtafel wird kommende Woche eintreffen, zusammen mit einer weiteren Kiste Schulmaterial. Auch müssen die Mahlzeiten für die Kinder organsiert, die Küche eingerichtet und Holz herangeführt werden. Wasser wird vom Brunnen in der Nachbarschaft mit Kanistern geholt.
Wegen der Dürre, sind 2 Familien ins Winterlager gewech-
selt, denn ihre Tiere fanden nicht mehr genügend Nahrung. Sobald die Regenzeit im Juli/August einsetzt, kommen sie zurück. So wird die Nomadenschule momentan mit 16 Kindern anfangen. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.
