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Oktober 2021

Liebe Spender, Spenderinnen und Freunde

 

Die diesjährigen kühlen Sommermonate sind langsam in den Herbst übergegangen; die ersten Morgennebel künden diese Jahreszeit unweigerlich an.

ENMIGRAW Suisse blickt im 2021 auf 18 Jahre Engagement für die Tuareg Nomaden zurück. Noch immer versuchen wir mit Freude die verschiedenen Projekte aktiv, möglichst effizient und effektiv zu realisieren. Wir nehmen die ansässigen Menschen ernst und begegnen ihnen auf Augenhöhe. Gemeinsam mit den Partnern vor Ort analysieren wir die Umstände und finden für viele Probleme eine geeignete Lösung. Nur so können wir zahlreichen Menschen eine positive Veränderung und eine Zukunft mit besseren Perspektiven bieten.


Brunnensanierung „Sankaina“

Bis zum nächsten Wasserhahn mit sauberem Trinkwasser sind es nur ein paar Schritte – so sind wir es gewohnt und können uns nichts anderes mehr vorstellen.

Die Tuaregnomaden dagegen benötigen in trockenen Zeiten oftmals 1 – 2 Stunden, um den nächsten Brunnen zu erreichen. Die Tiere zu tränken, die zahlreichen Wasserkanister auf den Eselskarren zu füllen, dauert oftmals einen halben Tag.

 

 

Wasser ist die treibende Kraft der gesamten Natur – das kommt im folgenden Tuareg-Sprichwort sehr schön zum Ausdruck:      aman iman – Wasser ist Leben!


Vor ca. 40 Jahren wurde dieser Brunnen mit 48 Metern Tiefe gegraben. Trotz einigen früheren „Flickarbeiten“ seitens der Tuaregfamilie, waren die Seitenwände in den unteren Regionen in einem schlimmen Zustand und befanden sich kurz vor dem Einsturz.

Da der Brunnen konisch zulaufen ist, bieten die zerlöcherten Seitenwände keinerlei Verankerungspunkte für die Schalungsringe. So entschied sich unser Brunnenspezialist, die ersten 15 Meter mit speziellen Betonziegel aufzubauen.


Für den Aufbau in der Brunnenstube mussten vorgängig spezielle Betonziegel hergestellt werden.

 

 

Mit solchen Steinen ist die Baucrew flexibler, sich dem ändernden Durchmesser der Wände anzupassen. Mit steigender Höhe werden dann wieder Schalungsringe eingesetzt, welche dann mit Armierungseisen an den solideren Brunnenwände befestigt werden.


 

Nachdem Boden und Zugvorrichtungen einbetoniert wurden, legte man eine Zuleitung zu einem weiter entfernten Tränkebrunnen für die Tiere. Diese Leitung wird am Schluss noch vergraben und zum Schutz mit einer Betonschicht gedeckt.


 

 

Die ganze Familie von Sankaina ist mehr als froh, wieder einen intakten Brunnen zu haben, der sauberes Trinkwasser für sie, ihre Tiere und die ganzen Nomaden in der Umgebung liefert.

 

Kosten CHF 5‘128.-


Nomadenschule „Alamad“

Die Regenzeit in Niger ist vorbei und die Tuaregfamilien sind von den Sommerweiden in ihre angestammten Gebiete zurückgekommen. Die Tiere geniessen das frische Gras.

 

Die Kinder bereiten sich auf das neue Schuljahr vor, welches Mitte Oktober startet. Bis jetzt haben sich 21 Kinder eingeschrieben; wer weiss, vielleicht kommt das Eine oder Andere noch dazu.


 

Alhassane wird die benötigten Schul- und Küchenmaterialien organisieren, welche gleichzeitig mit den Nahrungsmitteln für das erste Trimester in Alamad ankommen werden. Anschliessend wird er sich nochmals mit dem Bildungsminister der Region unterhalten, um eine Weiterführung des Collègeunterrichtes für ältere Schüler Alamads zu diskutieren.


Trotz der manchmal starken Regenfälle, hielten die „armierten“ Wände des Schulgebäudes und es kam zu keinen grösseren Schäden. Nur am hinteren Teil des Klassenzimmers staut sich in solchen Situationen das Wasser und kann schlecht abfliessen. Eine Drainage geplant, welche in den kommenden Wochen realisiert wird.

Kosten für alles CHF 2‘300.-


Stipendium Zeinab Alhassane

Nach gut einem Jahr an der Uni und schwierigem Start auf Grund einer Malaria-Erkrankung hat sich Zeinab mehr Gedanken zur eingeschlagenen Studienrichtung gemacht. Sie hat schon länger gemerkt, dass die Finanzwelt nicht ihre Welt ist. Zum Erwachsenwerden gehört auch, seine Fehler einzugestehen und versuchen sie zu korrigieren.
Zeinab hat dann selbständig - nach einigen schlaflosen Nächten - entschieden, dass sie das Studienfach wechselt und zur Medizin überschreitet. Sie ist überzeugt, dadurch dem Land mehr und nachhaltiger helfen zu können.

Wir haben mit Zeinab gesprochen und nach einem regen Austausch haben wir uns entschieden, sie auf ihrem Weg weiter zu begleiten.

Für das zweite Studienjahr das im Oktober beginnt, hat sie sich schon eingeschrieben. Die erforderlichen diversen Anatomie- und Fachbücher, Kopien, Bürobedarf, Untersuchungsmaterialien wie Stethoskop und Labormantel hat sie sich gekauft.

 

Zeinab möchte sich von Herzen bei der „Stipendien Gruppe“ bedanken, die ihr auf ihrem Weg zur Ärztin beisteht und sie finanziell unterstützt. Sie ist sich bewusst, dass ohne diese Hilfe ein Studium für sie nicht möglich wäre!




Juni 2021

Liebe Spender, Spenderinnen und Freunde

 

Mit diesem Bericht möchten wir euch einen Einblick in den Verlauf unserer Arbeit geben.
Die Organisation und Abwicklung der verschiedenen Projekte war im vergangenen Corona-Jahr nicht immer einfach. Doch dank unserer langjährigen und verlässlichen Zusammenarbeit mit ENMIGRAW Niger vor Ort, konnten die geplanten Ziele erreicht werden. Mit vielen Telefonaten, Sprachnachrichten und gemailten Fotos wurden wir immer auf dem Laufenden gehalten.


Frauenprojekt "Toudou"

Auch die Frauen in Agadez litten unter den Massnahmen der Pandemie, welche ihren Handel kurzzeitig fast zum Erliegen brachte. Die Schliessung von Märkten und andere staatlich erlassenen Schutzmassnahmen trafen die Menschen völlig unvorbereitet. Grenzübergreifende Versorgungsketten wurden unterbrochen, was oft zu einem Ausfall der Einnahmequellen führte. Denn in den Städten leben viele Einwohner von den mageren Einkommen des Kleinsthandels und anderen Dienstleistungen.
Zum Glück halfen ihre Rücklagen den Frauen und ihren Familien über die schlimmste Zeit hinweg. Momentan scheint sich die Lage zu beruhigen und die Frauen können ihre Produkte wieder verkaufen.
Kosten CHF 500.-


Nomadenschule "Alamad"

Nach den letztjährigen Abschlussprüfungen, haben sich vier Mädchen für das Collège qualifiziert. Da wir in unserer Nomadenschule nur die Grundklassen unterrichten, war die Frage, wo die Mädchen ein Collège besuchen können. Das nächste liegt in Injaran, ca. 20 km von Alamad entfernt.

 

Anfänglich waren die Familien gegen eine Weiterführung der Schule für die Mädchen. Erst nach langen intensiven Gesprächen und einer passenden Transportlösung konnte Alhassane drei Familien überzeugen und ihnen den Sinn einer solchen Weiterbildung für die Zukunft ihrer Kinder nahebringen.

Seit einem Jahr fährt sie ein Cousin der Mädchen mit seinem Motorrad jeden Morgen hin und holt sie nach der Schule am Nachmittag wieder ab. Bis jetzt klappt das hervorragend und wir hoffen natürlich, dass es die kommenden zwei Jahre so bleiben wird.
Kosten CHF 80.- pro Monat während des Schuljahres

 


Leider mussten wir feststellen, dass Lebensmittel aus unserem Schulküchenmagazin entwendet wurden. In dieser schwierigen Zeit für uns irgendwie nachvollziehbar. Trotzdem können wir das nicht einreissen lassen. Nun prangt ein neues Vorhängeschloss an der Türe und die Köchin hat als Einzige Zugang.

Da wir ja „unser" Schuljahr der nomadisierenden Lebensweise angepasst haben, schliessen wir Alamad Anfangs Juni. Einige Familien ziehen dann auf die weit entfernten Sommerweiden. Im September fängt für die 26 Kinder das neue wieder Schuljahr an.
Kosten CHF 2‘500.-


Brunnensanierung "Ado"

Es erreichen uns immer zahlreiche Anfragen der Bevölkerung betreffend einer Brunnensanierung. Nach 18 Jahren tatkräftiger und engagierter Arbeit im Norden Nigers ist ENMIGRAW vollständig etabliert. Die Tuaregnomaden haben erkannt, dass die von uns angebotene, langfristige Zusammenarbeit zu einer Verbesserung ihrer Lebensumstände führt.

Der Brunnen von Elhadji Ado war in einem bedenklichen Zustand und so haben Embiloua und unser Maurermeister Affano beschlossen, mit dieser Sanierung zu beginnen.


Die Arbeiten im Schacht gingen ohne Probleme und trotz der Tiefe von 48 Metern routiniert voran. Da der umgebende Boden eher bröckelig war, mussten dieses Mal vermehrt Armierungseisen eingebaut werden.

Nach zweimonatigem Aufbau und tatkräftiger Mithilfe der Tuaregfamilie, stabilisieren 10 Betonringe die brüchigen Wände dieses Ziehbrunnens.


Der Brunnenrand wird noch verputzt (sobald die benötigten Materialien aus Agadez angekommen sind) und anschliessend die Zugvorrichtung noch einbetoniert.

 

Jetzt schon bedankt sich Elhadji Ado bei allen Spendern, die so eine aufwändige Instandstellung seines Brunnens ermöglicht haben. Tanemert hullan!!!
Kosten CHF 5‘120.-




Januar 2021

Liebe Spender, Spenderinnen und Freunde

 

Ich hoffe, dass ihr – trotz der angespannten gegenwärtigen Situation – ruhige und besinnliche Festtage verbringen konntet.
Auch in diesem Jahr warten grosse und kleine Aufgaben auf uns, die wir mit viel Engagement und eurer Unterstützung meistern möchten.

Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus:
Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.
Denn niemand ist zu gering, die Welt zu verändern!


Nomadenschule „Alamad“

 

24 Kinder drücken momentan die Schulbank, verteilt auf verschiedene Klassen.
Auch die neue Lebensmittellieferung ist angekommen, so dass wir die kommenden drei Monate die Schüler ausreichend verpflegen können.


Die Latrine wurde vergrössert und ausgebessert. Zudem wurde sie in einen Mädchen- und Knabenteil geteilt und mit einer Sicht-schutzwand versehen.

 

Die Küche stockten wir mit einer neuen Pfanne und diversen Löffeln, Schüsseln und Kellen auf. Gleichzeitig zahlten wir die Löhne der Küchencrew und des Gehilfen.
Kosten CHF 4‘000.-


Stipendium für den "Bachelor of Affairs" für Zeinab Alhassane

Schon länger beschäftigt sich ENMIGRAW Suisse mit dem Gedanken wie man noch gezielter die Bevölkerung im Niger unterstützen kann. Unser Budget lässt keine Höhenflüge zu. Trotzdem sind wir der Meinung, dass Hilfe im Kleinen mehr bewegt als man denkt oder das Papier zeigt. In die Bildung zu investieren, ist uns ein Anliegen.
Wie sagte schon John F. Kennedy: «Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.»
So war es uns eine Freude, von den Plänen Zeinabs zu erfahren. Gerne überlassen wir es ihr, sich und ihr Vorhaben hier vorzustellen:


«Ich bin 19-jährig, wohne bei meiner Familie in Niamey und habe ein Ziel vor Augen – eine erstklassige Schulbildung, welche mir eine eigenständige Zukunft sichert. Schon in meinen jungen Jahren machte mir das Lernen Spass und ich beendete die 12. Klasse mit guten Noten. Meine Familie hat mich immer unterstützt, denn sie wissen um die Wichtigkeit einer guten Bildung. Gerade wir Frauen in Afrika sollen uns keinesfalls scheuen, den Weg der höheren Bildung zu beschreiten.

Mein Traum war die Universität. Doch wie sollte es mir möglich sein, diesen Traum zu erfüllen?
Durch das langjährige Engagement meines Vaters bei ENMIGRAW  wusste ich vom vielseitigen Einsatz ENMIGRAWS im Niger. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und habe bei ENMIGRAW Suisse angefragt ob eine finanzielle Unterstützung möglich wäre. Da die öffentliche Universität leider ein schlechtes Niveau hat, wählte ich die Swiss UMEF, eine etablierte und gut geführte Universität, die 1984 in Genf gegründet wurde.


ENMIGRAW Suisse kennt die Familie von Zeinab sehr gut und weiss, die Pläne der Tochter werden seriös unterstützt. Zeinab ist eine engagierte junge Frau, bei der wir überzeugt sind, dass sie auch nach ihrem Studium viel Gutes im Niger bewirken kann.
Obwohl ein Engagement unsererseits für eine Einzelperson eine Ausnahme ist, möchten wir den Mut und Einsatz Zeinabs ihren Weg zu gehen unterstützen.

Insofern suchen wir Spender, die für die ganzen 3 Jahre einen fixen Betrag des Stipendiums übernehmen.
Pro Jahr rechnet man mit rund CHF 2'200.- (kursabhängig, inkl. Bücher). Hierbei berücksichtigt ist bereits der Anteil der Universität, die 50 % der Studiengebühren übernimmt.
Möchtet ihr Zeinab auf ihrem Weg unterstützen? Wir freuen uns auf eure Kontaktaufnahme per Mail.