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Eschik Nischisch

Seit Februar 2007 herrschen im Norden Nigers kriegsähnliche Zustände und wie immer bei solchen kämpferischen Zusammenstössen leidet schlussendlich die Zivilbevölkerung. Angst beherrscht den Alltag der Tuaregfamilien und sie zogen sich in eine weniger gefährliche, dafür „brunnenärmere“ Gegend zurück.
 
Die Tuareg-Nomaden Talaks sind auf das wertvolle Wasser von Eschik Nischisch angewiesen, denn der Brunnen befindet sich ausserhalb des militärisch besetzten Gebietes. Mitte Februar begannen wir mit der Sanierung des Brunnens „ Eschik Nischisch“. Trotz andauernder Unruhen war die politische Lage in der Region Talak mehr oder weniger stabil, so dass wir die Arbeiten verantworten konnten.
 
Der löchrige Beton dieses traditionellen Ziehbrunnens wurde durch die stetige Reibung der Seile bröckelig. Starke Regenfälle und eine schlechte Bauweise hatten die Umgebung des Brunnens um teilweise mehr als 30 cm absinken lassen. Kurz, er war in einem miserablen Zustand.


Zuerst wurden grosse Steine und Felsbrocken zum Auffüllen der Senke herangeführt. Mit Pickel, Schaufel und Spaten wurde das Terrain einigermassen nivelliert und schroffe Übergänge eingeebnet. Jeder half auf seine Art – die Tuaregfrauen brachten den Arbeitern das Essen, die Kinder hielten die durstigen Ziegen- und Schafherden vom Brunnen fern.


Die Armierungseisen wurden verlegt und spannten sich wie ein Spinnennetz um den Brunnen. Gleichzeitig wurde der Brunnenrand um 60 cm erhöht und die Gabelbäume eingegraben.
Nach 11 Tagen war die schweisstreibende Arbeit zu Ende. Eschik Nischisch wartete auf die ersten Kamele, Schafe und Esel, die ihren Durst an den zwei neu gebauten Viehtränken nun löschen konnten.



„Wir sind erleichtert“ sagte ein alter Targi, „endlich haben wir einen funktionierenden Brunnen, der ausserhalb der militärischen Konfliktzone liegt“.
 


Die Kosten für die Sanierung des Brunnens Eschik Nischisch betrugen insgesamt
CHF 4'425.-