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Tschinsakan



Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, wie es ist, nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen zu können für euren persönlichen Wasserverbrauch?
Im Niger müssen viele Frauen und Kinder lange Fussmärsche in Kauf nehmen, um Wasser für den täglichen Gebrauch zu holen.


Wasser – auch für uns ein grundlegendes Thema.
Der aktuelle Brunnen von Tschinsakan ist 70 Meter tief und wurde vor Jahrzehnten gegraben. Die oberen 25 Meter sanierte ENMIGRAW Suisse bereits im April 2007 mit dem Ziel,  einen Einsturz zu verhindern und den Familien wieder sauberes Trinkwasser zu garantieren.
 
Siehe Link zu News
ENMIGRAW News Juli 2007.html


Im Juni 2008 entsandten wir Wayounfan Amahoulouk, Dakso Hamidane und den Brunnenspezialisten Himmi Bainou erneut nach Azawagh, um den Zustand des Brunnens Tschinsakan zu beurteilten. Regelmässige Kontrollen unserer Projekte sind ein Muss und garantieren eine Nachhaltigkeit.


Da sich unterhalb unserer Sanierung keine Betonringe befinden, haben sich im Laufe der Zeit in der Tiefe von 45 Metern drei Auswaschungen gebildet. Zu allem hin hat sich durch das stete Runterfallen von Gestein und Sand der Brunnen um ca. 10 Meter aufgefüllt.

Momentan führt der Brunnen noch genügend Wasser, um die dortige Bevölkerung und ihre Tiere zu versorgen. Doch um einen weiteren Zerfall zu verhindern, müssen die Auswaschungen aufgefüllt, der Brunnen bis zum Grund vom Schutt befreit und mit Betonringen ausgekleidet werden. Nur so können wir verhindern, dass das Wasser bei sinkendem Wasserspiegel und zahlreicher Nutzung immer schmutziger und sandiger wird.

In solchen Tiefen ist jegliche Arbeit infolge von Einsturzgefahr und Platzmangel gefährlich und auch nicht einfach. Die vollständige Sanierung Tschinsakans wird voraussichtlich einen ganzen Monat in Anspruch nehmen.




Mit Hilfe eurer Spenden, dem Verkauf unseres Foto-Kalenders, der Unterstützung vom Berufsschulzentrum Radolfzell (Weihnachtsbasar) und von „Hunger&Durst“ konnten wir Anfangs April 2009 mit der weiteren Sanierung des unteren Teils von Tschinsakan beginnen.


Da sich der Brunnen gegen unten verjüngt, hatten die Arbeiter keine andere Wahl, als die Eisenformen für jeden Betonring auszumessen und anzupassen. Eine schwierige und Kräfte zehrende Arbeit, welche mit grösster Sorgfalt durchgeführt werden muss. Der Schacht ist eng, alles muss mit Seilen gesichert sein und der Platzmangel lässt nur ein Arbeiten mit Kübeln zu.

 
Während der Bauphase standen wir unablässig in telefonischem Kontakt mit der Baucrew und dem Brunnenspezialisten. Da die Arbeiten gut und schnell vonstatten gingen, beschlossen wir, Tschinsakan vollständig zu sanieren.
Nach dem Einpassen von 23 Ringen konnten wir nach 2 ½ Wochen den Brunnen für die heimischen Tuaregfamilien wieder öffnen.


Alle waren erleichtert und froh, die gefährliche Arbeit ohne grössere Probleme bewältigt zu haben. Die einen nahmen munter ein Bad, die anderen genossen eine feine Mahlzeit im Schatten der Akazie.
 
Ausnahmslos alle Beteiligten haben Aussergewöhnliches geleistet! Mit ihrem Wissen und Einsatz konnten wir dieses Projekt erfolgreich abschliessen.



Die umfassende Sanierung Tschinsakans kostete CHF 10'895.-
 
Durch die teilweise ehrenamtliche Arbeit der ansässigen Tuareg, konnten wir unser Budget um CHF 2'000.- unterschreiten.