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Apotheke „Titima“ in Gougaram

Gesundheit für alle – aber in vielen Ländern dieser Erde fehlen allerding die Mittel, um den Menschen den Zugang zu den notwendigsten Gesundheitsleistungen zu gewähren. In schlecht versorgten Regionen können mit vergleichsweise bescheidenen Investitionen – wie ihr sie hier seht - beachtliche Verbesserungen erzielt werden. Was für uns als Schweizer etwa dem Standard eines Sanitätszeltes an einem Sportanlass entspricht, bedeutet für die Tuaregnomaden eine Steigerung ihres Gesundheitswesens um 100%.


 

Zwar besitzt das Dorf schon seit längerem eine solche Einrichtung, die Regale sind aber die meiste Zeit leer, die Türen oftmals geschlossen oder der zuständige „Apotheker“ ausser Haus.

 

Die Frauen haben sich gegen diesen Missstand gewehrt! Sie baten uns um Mithilfe eine Apotheke mit den gängigsten rudimentären Medikamenten einzurichten.


 

Mit Gründung einer eigenen kleinen Apotheke, welche sie selber verwalten, könnten sie durch ihr Engagement und Eigenverantwortlichkeit einen guten Ausgleich zu den verwaisten Regalen der Staatsapotheke schaffen. Sederta, die Verantwortliche für dieses Projekt, ist Krankenschwester und absolviert momentan eine 2-monatige Ausbildung in Timia um ihr Fachwissen noch zu vertiefen.


Bei der Eröffnung der kleinen Apotheke, kam das ganze Dorf zusammen. Die Bewilligung dafür wurde schon vorgängig vom Gesundheitsministerium erteilt.
Die Kosten betrugen ca. CHF 2‘000.- für Gebäude, Regale und Medikamente. Die Bevölkerung Gougarams sammelte CHF 1‘000.- für den Bau, der Rest wurde von ENMIGRAW bezahlt.
Der Lohn der Apothekerin beträgt pro Jahr CHF 600.-, den wir übernehmen. In Zukunft sollte sich dieser durch den Verkauf der Medikamente selbst finanzieren.

 

 

In dieser Apotheke können die Frauen die minimalsten Basismedikamente wie Paracetamol, Brufen, Fieber- und Durchfallmittel kaufen. ENMIGRAW engagiert sich für die Sicherstellung dieser Produkte, einer korrekten Lieferung und einem eventuellen Ausbau der Medikamente.

Ihre Spende ist der Antrieb für unsere Arbeit. Denn auch bei uns gilt das Motto „jede Rappe zellt“!



Januar 2020

Wir kennen es alle: Manchmal dreht sich ein Projekt im Kreis und man investiert immer noch Energie, weil man daran glaubt. Eigentlich weiss man, dass man es besser stoppen sollte. Genauso ist es auch uns ergangen mit dieser Apotheke. Schlussendlich haben wir uns entschieden, das Projekt nach 2 Jahren zu beenden. Die Apotheke sollte der lokalen Bevölkerung die Möglichkeit geben, die notwendigsten Medikamente vor Ort zu kaufen und damit die mangelnde Grundversorgung sicherzustellen.

 

Wieso haben wir das Projekt gestoppt? Leider hat die Selbstfinanzierung nicht funktioniert. Ausserdem gab es immer wieder Querelen unter der Bevölkerung wer noch davon profitieren sollte und wer entscheiden darf. Trotz unserer kompetenten lokalen Vertretung vor Ort, die sich in Gougaram bestens auskennt, konnten wir dies nie ganz auflösen. Das Ziel des Projektes rückte in immer weitere Ferne.

Was haben wir daraus gelernt? Trotz guter Verankerung und sicher sehr grosser Offenheit allerseits gibt es Dinge, die auch wir nicht beeinflussen und regeln können. Wir haben Titima mit gutem Gewissen gestoppt.