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Nomadenschule „Alamad“ in der Region Tschinsakan

Diese Region liegt ca. 150 km südwestlich von Agadez, Richtung In Gall und wird von nomadisierenden Tuareg Sippen bevölkert. 2007-2012 sanierten wir 6 Brunnen in dieser Gegend und sahen, dass die Nomadenkinder keinerlei Möglichkeit haben in eine Grundschule zu gehen, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Seit dem beschäftigt uns der Gedanke, eine Nomaden-schule für die ca. 30-40 Kinder zu eröffnen.


 

Wir stellen uns einen Schulraum in Form eines Mattenhangars vor, der auch bei Bedarf mal umgestellt werden kann. Da alle Kinder jeder Altersklassen Analphabeten sind, reicht anfänglich ein Schulraum.

 


Da sich diese Familien, trotz ihrer Herden, nicht allzu weit von Tschinsakan weg bewegen, würde sich diese Region für ein solches Projekt anbieten.
Die Kinder könnten bei ihren Eltern übernachten, die Mittagsmahlzeit würde dann in der Schule eingenommen. Die Verpflegung der Schüler ist von zentraler Bedeutung – ist dies gesichert, werden die Kinder, trotz teilweise langen Schulwegen in die Schule geschickt.


ENMIGRAW Niger holte die erforderte Bewilligung für dieses Projekt beim Ministerium für Bildung in Arlit ein und der Lehrer Jakub absolvierte die verlangte einmonatige Ausbildung in Agadez. Im Februar 2012 eröffneten wir unsere Nomadenschule „Alamad“.


Wir organisierten den Schulbetrieb und die Verpflegung der Kinder. Da es keine Schulbänke hat, erhielt jeder Schüler eine Decke, auf die er sitzen konnte. Während der heissen Sommermonate Juni bis September ist die Schule geschlossen.

 

Kosten für ENMIGRAW Suisse

Total CHF 9'080.-



Schuljahr Herbst 2012

Der Mattenhangar ist ausgebessert und das Schuljahr begann pünktlich am 1. Oktober 2012. In der Zwischenzeit sind viele Nomadenfamilien von den Sommerweiden zurückgekehrt und die Klasse hat sich stark vergrössert. 26 Kinder „drücken nun die Schulbank“! Dies hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Alhassan Barka, Projektverantwortlicher ENMIGRAW Nigers, hat in einer Blitzaktion genügend Lebensmittel und Schulmaterial aus Agadez geholt.


Ein neuer Küchenhangar wurde gebaut, damit die Köchinnen – bei garstiger Witterung – geschützt ihrer Arbeit nachgehen können.

 

Zudem benötigten wir einen abschliessbaren Ort, wo die ganzen Nahrungsmittel wie Reis, Hirse, Zucker, Milchpulver, etc. in Metallkisten aufbewahrt werden. So sind sie vor Nagern und Ameisen sicher.



Schuljahr 2013/2014

Bau einer Latrine

 

Bei 30 Schulkindern hat sich die Frage nach zwei Latrinen aufgedrängt. Die sanitären Bedingungen wurden durch diesen Bau stark verbessert.

 

Ausserdem findet mit Sicherheit eine Reduzierung der Krankheiten statt, die mit der Bedürfnisverrichtung unter freiem Himmel zusammenhängen.
Nach dem Aushub wurden die Betonsteine gesetzt, alles zementiert und die Wände hochgezogen.


Die grossen Sommerferien sind vorbei und das neue Schuljahr steht vor der Türe; wir waren in dieser Zeit nicht untätig. Ein grosses Klassenzimmer ist im Bau, die Bankosteine sind geformt, die Wände schon hoch gezogen. Es fehlt noch die Türe, die Fenster und ein Teil des Daches. Doch bis die Kinder kommen, sollte alles fertig sein. Die Mattenhangars werden ums Klassenzimmer platziert und dienen als Aufenthalts-, Stauraum und Küche.
Eine Familie – die ganzjährig stationär bleibt – hat sich bereit erklärt, während der Weidesaison die Kinder der nomadisierenden Familien bei sich aufzunehmen und zu betreuen. Wir sind mehr als froh über dieses gute Abkommen, das den Kindern, beim temporären Wegziehen der Eltern, den Schulbesuch weiterhin ermöglicht. Gleichzeitig schaffen wir eine bescheidene Einnahmequelle für diese hilfsbereite Familie.


Die Kinder erhielten zum Schulanfang neue Kleider, die sie stolz präsentierten. Der Unterricht verläuft planmässig und die ersten schulischen Erfolge stellen sich ein. Buchstaben reihen sich zu Wörtern, Zahlen machen einen Sinn und das Lesen fällt leichter.
Die Schulapotheke wurde diesen Winter mit all den Erkältungen, Husten und auch Durchfällen stark beansprucht. Alhassane wird die gebrauchten Medikamente laufend ersetzen.


Das Klassenzimmer ist fertig und die 33 Schüler füllen es ohne Probleme. Der Lehrertisch ist neu überzogen und sogar die Türe und das Fenster neu gestrichen. Die beiden Mattenhangars sind ausgebessert und in die Nähe des Klassenzimmers verlegt worden.

Durch den grossen Zuwachs der Klasse mussten wir mehr Schüsseln, Teller, Tassen und Besteck kaufen – sie werden nun zum ersten Mal gebraucht. Die Kinder helfen mit, sei es beim Abwasch oder beim Verteilen der Mahlzeiten.


Momentan sitzen die Schüler mangels Schulbänken noch auf dem Boden. Im Winter erhält jeder eine Decke, die aber nur bedingt gegen die Kälte schützt. Wir werden eine Finanzierung der Bänke einplanen, auch wenn sie im Niger verhältnismässig teuer sind.

 

10 grosse Bänke kosten ca. CHF 1‘000.- und in einer solchen Bank sitzen in der Regel 3 – 4 Kinder.



Ab Schuljahr 2015

 

Die Nomadenschule "Alamad" läuft mit 32 Kindern sehr gut, alle 3-4 Monate berichten wir über den Fortschritt in unseren ENMIGRAW News.

 

Für mehr Infos ab den Jahr 2015 klickt bitte auf untenstehenden Link, ihr werdet auf die letzten News weitergeleitet. Danke für euer Verständnis.

 

Nomadenschule Alamad Oktober 2021