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Frauenprojekt "Tellit"


Nach dem Verlust ihrer Herden durch die Dürre-katastrophen sind die Arbeits- und Verdienst-möglichkeiten für Frauen äusserst gering geworden. Sie verloren dadurch ihre traditionelle wirtschaftliche Verantwortung in der Gemeinschaft und sind abhängig von den ebenso dürftigen Einkünften der Männer. ENMIGRAW hat in 2004 eine Initiative der Frauen von Gougaram in der Region Talak zur Bildung einer Kooperative unterstützt. "Tellit" bedeutet Mond in Tamashek, der Sprache der Tuareg.


Telit Azhara


Mit Beratung und einem Mikrokredit als Startkapital wurde der Beginn der Produktion von Bastmatten, Körben und Taschen ermöglicht. Aus der selbstverwalteten Gemeinschaftskasse - finanziert aus dem Mikrokredit - beschaffen sie das Rohmaterial, verarbeiten dieses, um dann die Waren auf den lokalen Märkten zu verkaufen. Nur die erzielten Gewinne werden unter den Frauen verteilt, die Gemeinschaftskasse bleibt für weitere Beschaffungen bestehen.


Alle Frauen der Region Talak haben die Möglichkeit, im von ENMIGRAW gemieteten Lager, getrocknete Dumpalmblätter günstig einzukaufen, ohne den langen und teuren Weg in die nächste Stadt auf sich zu nehmen zu müssen. In dieser Form finden sie Arbeit und Einkommen für ihre Familien. Dank ihrer eigenen Motivation, Selbstorganisation und Disziplin haben die Frauen dieses Projekt auf Anhieb zum Erfolg gemacht.

Die Arbeit in der Kooperative ist inzwischen zu einem wichtigen Lebensbestandteil der Tuaregfrauen von Gougaram geworden. Sie erlangen dadurch - neben Mitteln zum Kauf von Nahrung und Kleidern - wieder mehr wirtschaftliche Verantwortung in der Familie, Unabhängigkeit und Würde in der Gemeinschaft. Der Erlös dieser Arbeit stellt für sie ein regelmässiges, wenn auch bescheidenes Einkommen dar, welches zur Ernährung und Kleidung der Familie verwendet wird.

 

Hilfe zur Selbsthilfe ist auch in diesem Fall der einzig richtige Weg!



 

Ein Teil der Matten für die Renovation der Nomadenschule „Alamad“ wurde von den Mitgliedern der beiden Frauen-projekte angefertigt. Dies ist für uns eine weitere Erfolgsgeschichte.

 

So stellen wir die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Projekten her.



Dieses Projekt kam leider im Januar 2015 zum Stillstand – die beteiligten Frauen haben Schwierigkeiten, die für die Matten benötigten Doumpalmenblätter aus Agadez zu bekommen. Erstens ist das Reisen auch für sie noch mit Gefahren verbunden und momentan mehr als teuer und zweitens hat die „Doumpalmenproduktion“ in diesen letztjährigen politischen Wirren stark abgenommen. Die Leute sind mit überleben beschäftigt. Viele haben auch die Doumpalmenhaine in den verschiedenen Regionen ihr eigen genannt und verkaufen die gefragten Wedel zu einem höheren Preis als gewohnt. Früher konnten die Frauen sie einfach zusammensammeln oder selber schneiden. Das ist jetzt vorbei. Wir suchen eine passende Lösung für die Frauen.