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Liebe Spender, Spenderinnen und Freunde

 

Die diesjährigen kühlen Sommermonate sind langsam in den Herbst übergegangen; die ersten Morgennebel künden diese Jahreszeit unweigerlich an.

ENMIGRAW Suisse blickt im 2021 auf 18 Jahre Engagement für die Tuareg Nomaden zurück. Noch immer versuchen wir mit Freude die verschiedenen Projekte aktiv, möglichst effizient und effektiv zu realisieren. Wir nehmen die ansässigen Menschen ernst und begegnen ihnen auf Augenhöhe. Gemeinsam mit den Partnern vor Ort analysieren wir die Umstände und finden für viele Probleme eine geeignete Lösung. Nur so können wir zahlreichen Menschen eine positive Veränderung und eine Zukunft mit besseren Perspektiven bieten.


Brunnensanierung „Sankaina“

Bis zum nächsten Wasserhahn mit sauberem Trinkwasser sind es nur ein paar Schritte – so sind wir es gewohnt und können uns nichts anderes mehr vorstellen.

Die Tuaregnomaden dagegen benötigen in trockenen Zeiten oftmals 1 – 2 Stunden, um den nächsten Brunnen zu erreichen. Die Tiere zu tränken, die zahlreichen Wasserkanister auf den Eselskarren zu füllen, dauert oftmals einen halben Tag.

 

 

Wasser ist die treibende Kraft der gesamten Natur – das kommt im folgenden Tuareg-Sprichwort sehr schön zum Ausdruck:      aman iman – Wasser ist Leben!


Vor ca. 40 Jahren wurde dieser Brunnen mit 48 Metern Tiefe gegraben. Trotz einigen früheren „Flickarbeiten“ seitens der Tuaregfamilie, waren die Seitenwände in den unteren Regionen in einem schlimmen Zustand und befanden sich kurz vor dem Einsturz.

Da der Brunnen konisch zulaufen ist, bieten die zerlöcherten Seitenwände keinerlei Verankerungspunkte für die Schalungsringe. So entschied sich unser Brunnenspezialist, die ersten 15 Meter mit speziellen Betonziegel aufzubauen.


Für den Aufbau in der Brunnenstube mussten vorgängig spezielle Betonziegel hergestellt werden.

 

 

Mit solchen Steinen ist die Baucrew flexibler, sich dem ändernden Durchmesser der Wände anzupassen. Mit steigender Höhe werden dann wieder Schalungsringe eingesetzt, welche dann mit Armierungseisen an den solideren Brunnenwände befestigt werden.


 

Nachdem Boden und Zugvorrichtungen einbetoniert wurden, legte man eine Zuleitung zu einem weiter entfernten Tränkebrunnen für die Tiere. Diese Leitung wird am Schluss noch vergraben und zum Schutz mit einer Betonschicht gedeckt.


 

 

Die ganze Familie von Sankaina ist mehr als froh, wieder einen intakten Brunnen zu haben, der sauberes Trinkwasser für sie, ihre Tiere und die ganzen Nomaden in der Umgebung liefert.

 

Kosten CHF 5‘128.-


Nomadenschule „Alamad“

Die Regenzeit in Niger ist vorbei und die Tuaregfamilien sind von den Sommerweiden in ihre angestammten Gebiete zurückgekommen. Die Tiere geniessen das frische Gras.

 

Die Kinder bereiten sich auf das neue Schuljahr vor, welches Mitte Oktober startet. Bis jetzt haben sich 21 Kinder eingeschrieben; wer weiss, vielleicht kommt das Eine oder Andere noch dazu.


 

Alhassane wird die benötigten Schul- und Küchenmaterialien organisieren, welche gleichzeitig mit den Nahrungsmitteln für das erste Trimester in Alamad ankommen werden. Anschliessend wird er sich nochmals mit dem Bildungsminister der Region unterhalten, um eine Weiterführung des Collègeunterrichtes für ältere Schüler Alamads zu diskutieren.


Trotz der manchmal starken Regenfälle, hielten die „armierten“ Wände des Schulgebäudes und es kam zu keinen grösseren Schäden. Nur am hinteren Teil des Klassenzimmers staut sich in solchen Situationen das Wasser und kann schlecht abfliessen. Eine Drainage geplant, welche in den kommenden Wochen realisiert wird.

Kosten für alles CHF 2‘300.-


Stipendium Zeinab Alhassane

Nach gut einem Jahr an der Uni und schwierigem Start auf Grund einer Malaria-Erkrankung hat sich Zeinab mehr Gedanken zur eingeschlagenen Studienrichtung gemacht. Sie hat schon länger gemerkt, dass die Finanzwelt nicht ihre Welt ist. Zum Erwachsenwerden gehört auch, seine Fehler einzugestehen und versuchen sie zu korrigieren.
Zeinab hat dann selbständig - nach einigen schlaflosen Nächten - entschieden, dass sie das Studienfach wechselt und zur Medizin überschreitet. Sie ist überzeugt, dadurch dem Land mehr und nachhaltiger helfen zu können.

Wir haben mit Zeinab gesprochen und nach einem regen Austausch haben wir uns entschieden, sie auf ihrem Weg weiter zu begleiten.

Für das zweite Studienjahr das im Oktober beginnt, hat sie sich schon eingeschrieben. Die erforderlichen diversen Anatomie- und Fachbücher, Kopien, Bürobedarf, Untersuchungsmaterialien wie Stethoskop und Labormantel hat sie sich gekauft.

 

Zeinab möchte sich von Herzen bei der „Stipendien Gruppe“ bedanken, die ihr auf ihrem Weg zur Ärztin beisteht und sie finanziell unterstützt. Sie ist sich bewusst, dass ohne diese Hilfe ein Studium für sie nicht möglich wäre!